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Auch das Erinnern hat eine Geschichte. In der deutschen und polnischen Erinnerungskultur ist die Integration von NS-Zeit und Zweitem Weltkrieg in die eigene Geschichte eine Schlüsselfrage für das Selbstverständnis. Das Zusammenspiel dieser Prozesse prägt das Verhältnis der beiden Staaten, Veränderungen werden höchst sensibel wahrgenommen. In jüngerer Zeit wurde dies an der Frage nach der Erinnerung an die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus dem historischen deutschen Osten deutlich. Welche Geschichte hat die Erinnerung an diese Vertreibung? Und wie steht es im Vergleich dazu um die Erinnerung an die ehemaligen polnischen Ostgebiete, aus denen die polnische Bevölkerung im Zuge der „Westverschiebung“ Polens vertrieben wurde? Unter dem Einfluss der Sowjetunion war in Polen über den Verlust von Lemberg oder Wilna – ähnlich wie in der DDR über den ehemaligen deutschen Osten – kaum eine öffentliche Auseinandersetzung möglich. Welche Veränderungen werden in den letzten Jahren auf deutscher und auf polnischer Seite sichtbar, und was bedeuten sie für die Beziehungen der beiden Staaten? Wie sind – aus historischer, kultur- und sprachwissenschaftlicher Perspektive – die Formen, Defizite und Verflechtungen der deutsch-polnischen Erinnerungskultur im europäischen Kontext zu bewerten? Und welche Bedeutung haben Bemühungen, die Vertreibungserinnerung in einen europäischen Zusammenhang einzubinden? Textquelle: Faltblatt zur Veranstaltung - Projektleitung "Geisteswissenschaft im Dialog" (Original als PDF-Datei - 2 Seiten, rd. 0,3 MB - auf einer separaten Seite) Eine Veranstaltung in der Reihe: "Geisteswissenschaft im Dialog", ein gemeinsames Projekt der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften und der Leibniz-Gemeinschaft, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Schirmherrin des Projekts ist die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan. Die Internetpräsenz vom INSTITUT FÜR DEUTSCHE SPRACHE (IDS) erreichen Sie unter: www.ids-mannheim.de. Der O-Ton (Länge: 2:03:06 Std. / ca. 44,3 MB) steht als mp3-Datei zur Verfügung. Die Aufnahme beginnt mit der Begrüßung durch den Generalsekretär der Leibniz-Gemeinschaft, Dr. Michael Klein.
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