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Heimatkirchen im Kreis Johannisburg
Dieser Film ist als Bonusmaterial folgenden Filmen beigefügt: Masuren unsere Heimat – ein Naturparadies
Gerhard Wydra - Ein Ostpreuße
aus Masuren
Menschen unterwegs – das
Beispiel Ostpreußen
Über das älteste, ordenszeitliche Gotteshaus ist nichts bekannt. Um 1500 hatte ein polnischer Adliger der Kirche eine Glocke geraubt, die seine Witwe im Jahre 1502 herausgab. Ein Kirchengebäude brannte am 21. November 1694 ab; zwei Jahre später war eine neue Kirche erbaut. Aus drei geschmolzenen Glocken wurde 1695 eine große gegossen. Im Jahre 1713 wurden der Boden und die Chöre fertiggestellt; der Glockenturm konnte erst 1737—1739 erbaut werden. 1748 brachte man eine Uhr an. 1838 war das Kirchengebäude so baufällig, daß es am 28. Oktober geschlossen werden mußte. Der Gottesdienst fand in einer in Mittenheide (Turoscheln) erbauten Notkirche statt, bis 1843 die neue Pfarrkirche in Johannisburg, ein einfacher Saalbau in Fachwerk mit bescheidenen Schmuckformen, fertig war. Der massive, 35 m hohe Turm an der Westseite ist von der alten Kirche erhalten geblieben. Im Jahre 1933 wurde das Gotteshaus mit einem Kostenaufwand von 33.000 Mark vollständig renoviert.
Im Innern hat das Gotteshaus eine flache, mit Kassetten bernalte Holzdecke. Der reich ausgestattete Altar ist aus der früheren Kirche übernommen worden; er stammt aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts. Die figurenreiche Kanzel von 1701 ist aus dem Achteck geschnitzt; als Kanzelträger dienen die Figuren des Moses und Johannes des Täufers. Der gut gearbeitete, von der Decke hängende Taufengel stammt aus dem Kreis des Bildhauers Isaac Riga (Ende des 17. Jahrhunderts). Auch zwei große Abendmahlsengel sind Kunstwerke. In der Sakristei waren einige bemalte Emporenfüllungen aus der Zeit um 1680 und zwei Standleuchter von etwa 1820, wahrscheinlich Königsberger Eisenguß, erhalten. Viel beachtet wurde der silberne Abendmahlskelch mit dem eingravierten Bildnis des Pfarrers Maletius, seiner Frau und deren Sohn, die während der Pest in Johannisburg am Leben blieben und aus Dankbarkeit den Kelch stifteten. Evangelische Geistliche lassen sich seit mindestens 1530 nachweisen. Die zweite Pfarrstelle wurde um die Mitte des 16. Jahrhunderts eingerichtet, und im Jahre 1895 kam eine dritte Stelle hinzu, die von 1895 bis 1911 mit Hilfspredigern besetzt war. Die 1. Pfarrstelle, mit der seit 1715 die Superintendentur verbunden ist, war besetzt mit Friedrich Julius Leopold Skierlo 1888-1916, Paul Viktor Karl Hensel 1916-1929, Ernst Link 1929-1945. 2. Pfarrer: Gottlieb Heinrich August Rothe 1869-1907, Paul Viktor Karl Hensel 1907-1916, Otto Eichel 1917 bis 1929, Waldemar Ambrosy 1932-1945. 3. Pfarrer: Otto Eichel 1911 bis 1917, Carl Rosenhan 1919-1931, Albert Droysen 1933-1945. Kirchenbücher waren seit 1696 (nach Link seit 1580)
vorhanden.
Das Kirchspiel wurde 1898 gegründet. Die Kirche, mit Stilanklängen an die Ordensarchitektur errichtet, ist ein unverputzter Ziegelbau mit vorgelegtem Ostturm und Staffelgiebel. Sie wurde am 27. November 1910 eingeweiht. Die Innenausstattung mit seitlicher Kanzel ist einfach. Die Kirche hat zwei Glocken. Geistliche waren: Heinrich Küll 1898-1909, Rudolf Wisniewski 1910-1922, Paul Melzer 1922-1930, Erich Albrecht August Tiedtke 1939-1945. Kirchenbücher waren seit 1898 vorhanden. zur Film-Bestell- und Preisinformation
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