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Stadtplan 1944 / 1945
 

Stadtplan 1944 / 1945
Einwohner 1939 / 1945
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Stadtplan Johannisburg 1944/1945
mit Bestands- und Einwohnerverzeichnis

Ein Bericht von Ulf Wöbcke

Es gibt ihn nun, den Plan von 1944/45, der unsere Kreisstadt Johannisburg in Straßen, Häusern und öffentlichen Einrichtungen beschreibt: farbig, eindrucksvoll und mit vielen wichtigen Informationen. Ein Plan, der uns Orientierung gibt, der uns zu den noch vorhandenen Häusern unserer Vorfahren führt, ein Plan, der uns viele offene Fragen beantwortet. Er ist ein wertvoller Nachweis in unserer Geschichte und ein wertvolles Verzeichnis für die nächsten Generationen, die die Spurensuche in ihren Familien noch nicht abgeschlossen haben.

Schon der Plan der Kreisstadt Johannisburg ist für uns ein großes Geschenk. Er verschafft uns den Überblick. Daneben aber entsteht unser Bestandsverzeichnis, ein Verzeichnis der einzelnen Straßen. Es ist der Nachweis, in dem die Namen der Einwohner den zugehörigen Wohnungen und Häusern zeichnerisch zugeordnet werden. Diese Einzeldarstellungen werden durch das Einwohnerverzeichnis von 1944/45 zu einem großen Ganzen vereinigt. Das Einwohnerverzeichnis enthält alle uns bekannten Namen nach Straße und Hausnummer sortiert. Auch wenn die Straße oder die Hausnummer nicht bekannt ist, so wurden diese Namen ohne die jeweilige Zuordnung zu den Gebäuden aufgeführt.

Entstehung:

Viele Menschen waren auf der Suche nach einem Stadtplan von Johannisburg und wurden enttäuscht. Den Wunsch, einen Plan in den Händen zu halten, wo unser Elternhaus oder das Haus unserer Vorfahren aufgezeigt wurde, wir fanden ihn nicht. Auf meiner Suche wandte ich mich an das Archiv in Allenstein und wurde belohnt. Der erste Baustein war gefunden. Eine Karte, in der das Stadtzentrum, die Lage der Straßen und Gebäude südlich der Eisenbahnlinie bis zur Sperrplattenfabrik, westlich, vom Kreiskrankenhaus und östlich bis zur Stadtrandsiedlung eingezeichnet waren, sollte nun, eingescannt in den Computer, den Kern unseres Planes bilden. An diesen ersten Baustein wurde die Planungskarte aus dem Archiv Lotz, die die Planungsabsichten westlich der Hegelstraße aufzeigt, angefügt.

Für weitere Informationen war ich auf das Wissen der ehemaligen Johannisburger angewiesen. Die Straßen mussten benannt, die Gebäude beschrieben, und wenn möglich, die Einwohner zu den verschiedenen Häusern zugeordnet werden. Zu ihrer und meiner Freude tauchten die ehemaligen Johannisburger tief in ihre Kindheit ein. Voller Begeisterung sprudelte ihr Wissen der Erinnerung. Die Gedanken an ihre Heimat sind positiv belegt und das Weitergeben ihres Wissen nach 60 Jahren eine kleine Erfüllung am Ende ihres Lebens. Diese Menschen freuen sich darauf, ihr weitergegebenes Wissen in einem Buch nachlesen zu können. Und wir, die nächsten Generationen, die wir weit weg von diesem Ort leben, sind dankbar dafür, Informationen aus der Heimat unserer Vorfahren erhalten zu haben.

Mit diesem Kenntnisstand der ehemaligen Johannisburger konnte ich meine Arbeit am Plan fortsetzen. Dabei waren zwei Schwierigkeiten zu meistern. 1. Viele der erhaltenen Informationen lagen außerhalb der bisherigen Darstellung. 2. Der Nachweis der Einwohner zu den Gebäuden konnte wegen Platzmangels nicht im Plan erfolgen. Hierfür lag die Lösung in einem Bestandsverzeichnis, in der für jede Straße eine Karte angelegt wurde, die die angegebenen Informationen aufnehmen konnte. Wie aber konnte die Schwierigkeit 1 gelöst werden? Mit welchen Möglichkeiten kann ich das gesamte Stadtgebiet in der bereits vorgegebenen Darstellungsart zeichnerisch fortführen? Diese Fragestellung führte mich zum Bauamt, ins Kreishaus in Johannisburg. Da jede Stadt verwaltet werden muss, müssen auch dort Planungskarten vorliegen. Aus einem meiner vorherigen Besuche wusste ich, dass kein alter Plan zur Stadt vorhanden war, aber es gab eine Karte im Maßstab 1:5000, die die heutige Bebauung zeigt. Mit dieser Karte ist es mir gelungen, das gesamte Stadtgebiet zu erfassen. Dabei wurde nur die vorhandene Bebauung aus den Jahren 1944/45 übernommen. Mit Hilfe der Feldvergleiche Juni 2004 und Mai 2005 habe ich versucht, die alte deutsche Bebauung aus diesem Plan der heutigen Verwaltung herauszufiltern und sie mit den Informationen aus der topographischen Karte 1:25000 zu ergänzen.

Die Herkunft der polnischen Karte 1:5000 in schwarz/weiß wird mit Bialystok angegeben. Aus dieser Karte wurden die benötigten Kartenelemente eingescannt und an den bisherigen Plan angefügt. Da der Stadtplan aus zwölf Teilen zusammengesetzt wurde, habe ich auf eine genaue Maßstabsangabe verzichtet. Die Verzerrungen sind durch das Aneinanderfügen zu groß und ein Abgreifen von Entfernungen würde nur zu falschen Aussagen führen. Die Maßstabsangabe von 1:3700, d.h. 1 cm in der Karte sind 37 Meter in der Natur, sind nur bedingt gegeben.

Parallel zu den Informationen zum Stadtplan entsteht ein Nachweis der einzelnen Straßen. Ich habe die ehemaligen Johannisburger gebeten, ihr Elternhaus oder die Gebäude ihrer Wohnungen in den Einzeldarstellungen der Straßen zu kennzeichnen. Als weiteres wurden mir die Namen genannt, die die Gebäude mit Leben erfüllten. Auf diese Weise konnte ich in fast jeder Straße Schwerpunkte von Informationen schaffen, die, unabhängig von der Hausnummer, die richtige Lage der Gebäude kennzeichnen. Dieser Einzelnachweis der Straßen wird nun mit unserem Einwohnerverzeichnis vereinigt, und wir erhalten ein Buch mit den Spuren unserer Vorfahren in Johannisburg.

Aussagekraft des Planes:

Dieser Plan erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Trotzdem wurden viele Informationen zusammengetragen und gegenseitig geprüft, so dass ein hoher Grad an Glaubwürdigkeit erreicht werden konnte. Für diese Glaubwürdigkeit stehen die Informationen aus erster Hand, den Zeitzeugen, die mit ca. 20 Jahren ihre Heimat verlassen mussten und heute zu dieser Arbeit beigetragen haben.

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Archiv Wolfgang Lotz (†) in Bremerhaven: Anger, Verbindungsstraße, Jahnstraße, Hubertusweg, Hegelstraße, Stadtrandsiedlung, Informationen zum gesamten Stadtgebiet.

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Günther Boettcher, jetzt Köln: Königsberger Straße, Fischerstraße.
Udo Bogdan, jetzt Bamberg: Markt und Informationen zum ganzen Stadtgebiet.

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Ernst Droysen, jetzt Garbsen: Schlossplatz, Gartenstraße, Kirchenplatz, Lycker Straße, St. Johannisstraße, Poststraße, Informationen zum ganzen Stadtgebiet.

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Kurt Fischer, jetzt Holzwickede: Lindenstraße.

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Lothar Karkoska, jetzt Bielefeld: Soldauer Straße, Bahnhofstraße, Bollertstraße, Danziger Straße, Teile Hegelstraße, Mühlenstraße, Informationen zum ganzen Stadtgebiet.

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Eva Klischewski, jetzt Hamburg: Lycker Straße, Graf-Yorck-Straße.

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Benno Krutzke, jetzt Wismar: Wiesenweg.

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Irmgard Piklaps, geb. Waschk, jetzt Meppen: Siedlung an der Sparker Chaussee.

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Irene Scholvin, geb. Ziemer, jetzt Hildesheim: Kreishaus.

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Herbert Wallner: jetzt Henstedt-Ulzburg und Gerhard Wallner, jetzt Dransfeld: Grenadierstraße, Hafen, Informationen zur An- und Verkaufsgenossenschaft.

Schlusswort:

Mit Neugier habe ich die Arbeit am Plan der Kreisstadt Johannisburg in Ostpreußen am Anfang des Jahres 2004 aufgenommen. Als ich dann die Hilfe der ehemaligen Johannisburger benötigte, wurde ich von ihrer Begeisterung mitgetragen. Sie zeigten ihre Freude über den Plan, und ihre Kindheitserinnerungen sprudelten, sowie die Dankbarkeit den Plan noch erleben zu dürfen. Für mich eine Bestätigung. Ich wusste, der Plan musste jetzt entstehen, danach wäre so vieles an Informationen verloren gegangen. Es ist ein Anfang geschaffen, ein Blick ins Zeitfenster 1944/45 der Stadt Johannisburg. Ein Plan, der als Grundlage für viele Forschungen dienen kann, aufbauend auf den Informationen der Zeitzeugen, bei denen ich mich recht herzlich für ihre Mitarbeit bedanke. Unsere gemeinsame Arbeit wird die Menschen erfreuen, die Wurzeln in Ostpreußen haben.

Bedanken möchte ich mich auch bei den Menschen in Johannisburg. Sie waren mir hilfreich zur Seite, als es darum ging, das gesamte Stadtgebiet darzustellen. Unser Plan am Scheideweg der Geschichte 1944/45 ist auch für diese Menschen gedacht, die heute Johannisburg als ihre Heimat nennen. Wo unsere Geschichte endet, dort beginnt ihre. Auch diese Menschen haben Fragen, vielleicht finden sie Antworten in dieser Arbeit.

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Quelle: 
Johannisburger Heimatbrief 2006, Seite 31-33

 
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Stand: 23. September 2017