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Abstimmungsstein
 

 
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Johannisburg in Ostpreußen

 
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Der Gedenkstein zur Volksabstimmung 1920
in Johannisburg / Ostpreußen

Der Gedenkstein zur Volksabstimmung vom 11. Juli 1920 mit der Inschrift: "11.7.1920 - Dieses Land bleibt deutsch" im Gottheiner-Park an der Galinde (Pissek), in Johannisburg. Abstimmungsergebnis: 34.036 für Deutschland, 14 für Polen = 0,04 %.

Aus einer Urkunde der Stadt Johannisburg ist folgendes zu lesen:

 

Dokument zum Vergrößern anbklicken!Am 11. Juli 1920 haben auf Grund des dem deutschen Volke aufgezwungenen Schandvertrages von Versailles die Bewohner von Johannisburg sich mit 2.933 deutschen gegen 9 polnische Stimmen für das Verbleiben beim deutschen Reiche entscheiden. Die Johannisburger haben damit ein überwältigendes Bekenntnis zum Deutschrum abgelegt. Des zum Gedächtnis ist am 2. Oktober 1929, dem 82. Geburtstage unseres Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall v. Hindenburg, des Retters unserer Heimat, der Grundstein gelegt worden zu diesem Denkmal, das bei der 10. Wiederkehr des Anstimmungstages geweiht werden und späteren Geschlechtern künden soll, das Johannisburg deutsch ist und bleiben will für alle Zeit!

Der Heimat-Verein Johannisburg, der die Abstimmung unter Leitung des Rechtsanwalt u. Notar v. Lojewski vorbereitet und geleitet hat, errichtet dies Denkmal aus Spenden von: Magistrat, Kreisausschuß, Johannisburger Zeitung, Creditbank, Freiwillige Feuerwehr, Männergesangverein, Evangelischer Arbeiterverein, Schützenverein, Arbeitsgemeinschaft, Kaufmännischer-Verein, Deutschnationaler Handlungsgehilfenverband, Eisenbahnverein, Ärzte-Verein, Spar- und Darlehnskasse, Auto-Club, Tennis-Verein Schwarz-Weiß, Ruder-Club Masovia, Segel-Club, Jagd-Verein, Verein der Zivildienstberechtigten, Bank der Ostpreußischen Landschaft, Handwerker-Verein, Landwirtschaftlicher Hausfrauen-Verein, Krieger-Verein, Masurische landw. Genossenschaft, Kalksandsteinwerke, Radfahrer-Verein, Männer-Turnverein, Verein der Liederfreunde, Stadtsparkasse, Chefredakteur Bauer, Geschwister Brozio, Fräulein Luckenbach, Sanitätsrat Dr. Friedländer-Berlin, Kaufmann Fritz Prejawa-Rio de Janeiro, Oberingenieur Schoel-Allenstein.

Johannisburg, den 2. Oktober 1929.
  
Der Heimatverein.
 

 
Die Abstimmungsurkunde enthält folgende Unterschriften
 

Bauer :
Busse :
Buyna :
Gottheiner :
Hauptmann :
Kurt Heusel :
Kaiser :
Dr. Krause :
von Lojewski :
Gertrud Luckenbach :
Rudolf Meyer :
Müller :
Rorborg :
Salomon :
Schulz :
Liesbet Sturmat, geb. Wermter :
  Chefredakteur
Bürgermeister
Eisenbahnsekretär
Landrat
Stadtbaumeister
Bauunternehmer
Kreisbaumeister
Schriftsteller
Rechtsanwalt und Notar
Bürovorsteherin
Spediteur
Kreisinspektor
Regierungsassessor
Lehrer
Stadtsekretär
Hausfrau

Das Land,
da du geboren,
das du als Heimat liebst,
es ist dir erst verloren,
wenn du's verloren gibst.

(auf der Rückseite des Gedenksteins in den Flußanlagen in Johannisburg)

Aufnahme einer Seite des Marktes etwa 1925.

Aufnahme einer Seite des Marktes etwa 1925.
Es handelt sich wahrscheinlich um eine der jährlichen Erinnerungsfeiern an die Volksabstimmung nach dem Friedensdiktat von Versailles von 1920, in der die Bevölkerung des Kreises Johannisburg sich mit überwältigender Mehrheit zu ihrem Deutschtum bekannt hat.

Fotoalbum

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Die Stadt war aus Anlaß der Volksabstimmung im Juli 1920 geschmückt, hier am Marktplatz / Ecke Königsbergerstraße.

Marktplatz Johannisburg z. Zt. der Abstimmung 1920, Bewohner auf der Straße, Marktseite mit Kaufhaus Scheinmann

Dokument des Heimat-Vereins Johannisburg vom 2. Okt. 1929 zur Volksabstimmung 1920. (Text siehe oben)

Blick von der Lycker Straße in Richung Eisenbahnbrücke. Rechs des Pissek (Galinde) der Gottheiner Park (Aufnahme um 1930).

Blick von der Lycker Straße in Richung Eisenbahnbrücke. Rechs des Pissek (Galinde) der Gottheiner Park (Aufnahme um 1930).

Am Gottheinerplatz. Der Pissek (Galinde) mit der neuen Eisenbahnbrücke und dem Gottheiner-Park mit Abstimmungs-Gedenkstein.

Abstimmungs-Gedenkstein. Maße: Höhe = 2,30 m, Kreuz = 0,55 x 1,40 m, Breite am Fuß = 1,90 m, Steindicke = 1,40 m. Gewicht = ca. 15 to.

Personen am Abstimmungsstein. Von links: Friedrich Czerwanski, Emil Bubrowski, Otto Anbau, Karl Bubrowski )später Ehemann zu Lisel Czernwanski).

Abstimmungsdenkmal, um 1930.

Abstimmungsdenkmal

Abstimmungsdenkmal - Sommer 1937.

Johannisburg / Ostpreußen - Abstimmungsdenkmal 1937.

Johannisburg / Ostpr. - Flußanlagen mit Abstimmungsdenkmal.

Johannisburg / Ostpr. - Flußanlagen mit Abstimmungsdenkmal.

Abstimmungsstein nach 1945. Der Stein wurde nach 1962 beseitigt. (Vgl. JHB 1968).

Johannisburg. Übersichtskarte, Stand 1945. Der Gottneiner Park befindet sich auf dem rechten Galinde-Ufer.

Gottheiner-Park 2006: Der Kreis auf dem Foto war der Standort des Abstimmungssteins bis 1962.

Gottheiner-Park 2015: Der Kreis auf dem Foto war der Standort des Abstimmungssteins bis 1962.

 

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Der Stein hat 1946 auf der Rückseite zusätzlich die Aufschrift erhalten:
"Wir [Polen] sind wieder zurückgekehrt"

Der Abstimmungsstein hat bis 1965 noch gestanden.
Zeitzeugen haben berichtet, dass es nachts eine laute Explosion gegeben habe.
danach war der Stein weg.

Johannisburger Heimatbrief 1959/1960
Auszug aus dem Vorwort Von Kreisvertreter Fr. W. Kautz, 1. Vorsitzenden der Kreisgemeinschaft Johannisburg:
"Liebe Landsleute! Dieser Heimatbrief dient nicht nur (wie die früheren) als Zeichen innerer Verbundenheit in unserer Kreisgemeinschaft, sondern hauptsächlich dem Gedenken der Abstimmung vor 40 Jahren, dem 11. Juli 1920. Das
Abstimmungsergebnis im ganzen Abstimmungsgebiet = 97,5 % deutsch, verewigt im Gedenkstein — einem Findling von ca. 15 to Gewicht aus der Erde des Kreises Johannisburg, aufgestellt in der Stadt Johannisburg, (jetzt von den Polen zerstört) — ein unbestreitbares Bekenntnis zu unserer Heimat, zum Deutschtum, zum deutschen Vaterlande."

Johannisburger Heimatbrief 1968
Besuche in Johannisburg 1962 und 1965. Von Joachim Hauptmann
Auszug aus dem Reisebericht: "Am Ufer des Pissek an der Straßenbrücke wurde ein Park angelegt, der Pionierpark von Johannisburg. In einem großen Gebüsch fand ich darin zu meiner Überraschung noch den Abstimmungsstein von 1920. Obwohl ich die Inschrift nicht kannte, konnte ich doch die unleserlich gemachten Buchstaben entziffern: '1920, Dies Land bleibt deutsch'.”

Theorien über die Art der Beseitigung des Abstimmungssteins:
1. Der Stein wurde gesprengt und damit der Nebenarm des Pissek (Insel) verfüllt.
2. Der Stein wurde an Ort und Stelle in einem dafür ausgehobenes Erdloch versenkt.
Der Stein wäre damit noch mit entsprechenden geologischen Meßgeräten an Ort und Stelle nachweisbar.
Dagegen spricht allerdings die Zeitzeugenaussage.

Johannisburger Heimatbrief 2009
Masuren zieht wie ein Magnet an!
Ein Bericht von Paul Sobotta
Auszug aus dem Reisebericht der Masurenreise 2008: "Auf den Spuren der Volksabstimmung von 1920. -

Nach dem Abendessen führte uns der mitgereiste Kreisarchivar der Kreisgemeinschaft Johannisburg, Werner Schuka, in den nahe gelegenen Gottheiner Park, zu der Stelle, wo am 2. Oktober 1929, dem 82. Geburtstag unseres hochverehrten Reichspräsidenten Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg, das 2,30m hohe und 17t schwere Abstimmungsstein-Denkmal aufgestellt wurde. Auf der Vorderseite das 1,40m hohe eingemeißelte Balkenkreuz mit folgender Inschrift: 11.07.1920 - Dieses Land bleibt deutsch! - 1946 haben Polen dieses Schriftfeld mit weißer Farbe überschrieben: „Wir sind wieder zurückgekehrt".
Der Reiseleiter Paul Sobotta hatte die ganzen Aktivitäten um den Gedenkstein zu einem Informationsblatt für alle Reiseteilnehmer ausgearbeitet und mit bewegten Worten in Auszügen aus der Chronik vorgetragen! Auf der Rückseite des großen Steines standen folgende eingemeißelten Worte: „Das Land, da du geboren, das du als Heimat liebst, es ist dann erst verloren, wenn du's verloren gibst." Unsere Reisegruppe verließ diese ehrwürdige Stelle, und so langsam ging auch unsere Ostpreußen-Masurenfahrt 2008 ihrem Ende entgegen."

Johannisburger Heimatbrief 1985
Seite 71-76: historischer Artikel zur Abstimmung und Einzelergebnisse im Kreis Johannisburg

"Was durch die Heimatvereine im ostpreußischen Abstimmungsgebiet erreicht wurde"
mit Einzelergebnissen der Abstimmung im Kreis Johannisburg.

 

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Quellen:
Familienarchiv Sczuka Minden/Hannover/Bad Kreuznach/Ostpreußen,
Familienarchive Ulf Wöbcke und Jürgen Zauner,
Archiv Lotz, Heimatbild-Archiv Krause,

Johannisburger Heimatbriefe: 1959/1960, 1968, 1979, 1985, 2006, und 2009,

Buch: Ulf Wöbcke: "Johannisburg in Ostpreußen", 2008,
Buch: G. Wippich / G. Bosk / U. Haffke: "Im Lichte der Erinnerung", 2001

 

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weitere Informationen:
Volksabstimmung am 11. Juli 1920 - Überwältigendes Votum für Deutschland
www.schuka.net/Zeitgeschichte/Aufruf-zur-Erinnerung.htm;
Die Volksabstimmung am 11. Juli 1920 in Ost- und Westpreußen

 
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Stand: 23. September 2017