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Stadtfriedhof
 

Kriegsgräberanlage
Friedhofskapelle
Gedenkstätte
Der Friedhof lebt auf

 
Das Buch:

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Johannisburg in Ostpreußen

 
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Der Stadtfriedhof Johannisburg
als Kulturdenkmal

Nach seiner Nichtannahme als Begräbnisstätte durch seine jetzigen Stadtbewohner, der Zerstörung der Grabanlagen, Entfernung der Gedenkeinrichtungen und der Gräberumfriedungen soll der Stadtriedhof nach der Einstufung als Kulturdenkmal als Parkanlage hergerichtet werden.

Die Stadt Johannisburg hat in einem ausführlichen Gutachten den Zustand des Friedhofs feststellen lassen und in diesem Vorschläge für dessen Herrichtung unterbreitet, der zu einer Erinnerungs- und Erholungsanlage umgestaltet werden soll. Hierbei soll die noch vorhandene Vielzahl an alten Bäumen erhalten bleiben, die einen parkähnlichen Charakter gestalten helfen.

Der Wildwuchs an jüngeren Bäumen und des wuchernden Gestrüpps werden entfernt. Die früheren Haupt- und Nebenwege werden hergerichtet und mit Steinkanten eingefasst. Die Wegfläche wird mit einem Gemisch aus Sand und Lehm naturbelassen. Die vielen Trampelpfade von den neu errichteten Wohnhäusern am Friedhofsrand zur inneren Stadt verschwinden, der reine Durchgang soll unterbunden werden.
 

Vor dem Eingang des Stadtfriedhofs:
von links: W?, Irmgard Schuka und Frau Korte, 1972

In der Anlage bleibt die alte Friedhofskapelle erhalten. Sie soll nach Sicherung der Bausubstanz zu einer Erinnerungs- und Begegnungsstätte ausgebaut und als solche genutzt werden. Die Soldatengräber des Ersten Weltkrieges werden vom Volksbund für Kriegsgräberfürsorge wieder hergerichtet und verbleiben mit dem Hochkreuz in der Anlage.

Die Soldatengräber aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges werden in die neue, große Gesamtanlage bei Bartossen (Bartendorf, polnisch: Bartosze) im Kreise Lyck umgebettet. Gleichfalls ist vorgesehen, zivile Gräber aus der Zeit nach 1945 umzubetten.

Für die Finanzierung der Maßnahmen stehen bisher der Stadt keine ausreichenden Mittel zur Verfügung. Der notwendige Bedarf wird auf über 200.000 DM geschätzt. Es soll versucht werden, Zuschüsse aus der deutsch-polnischen Stiftung für völker- verbindende Gemeinschaftsvorhaben zu erlangen. Die Anträge werden vom Patenkreis Schleswig-Flensburg unterstützt.

Die Kreisgemeinschaft will sich an den Kosten eines Gedenksteines beteiligen, der auf die frühere Bedeutung und Nutzung dieser Anlage hinweisen wird. Dies wird jedoch erst erfolgen, wenn das Gelände sicher umfriedet und sein Zustand gegen eine erneute Verwahrlosung gesichert ist. Desgleichen wird eine Kostenbeteiligung an der Herstellung der Kapelle nur dann sinnvoll sein, wenn in der Nutzung der Kapelle die geschichtlichen Vorgänge in und um Johannisburg von der Gründung der Stadt an objektiv offen, den Tatsachen entsprechend aufgezeigt werden können. Hier müssen für beide Seiten, für die früheren und heutigen Bewohner dieser Stadt, eine solide und haltbare Grundlage für gemeinsame Gespräche und ein vertrauensvolles Zusammenarbeiten gefunden werden. Dies sind wir unseren auf diesem Friedhof zur letzten Bube gebetteten Johannisburger Vorfahren mit der gebotenen Würde schuldig. Die früheren Bewohner dieser Stadt sollen an diesem Ort einen bleibenden Gedenkplatz in der Geschichte der von ihnen gegründeten, zu ihrer Blüte und Bedeutung ausgebauten Stadt erhalten. Sie haben aus einer Wildnis sich eine Heimat und Wirkungsstätte geschaffen, ein Kulturerbe zurücklassen müssen.
 

Quelle:
Text: Johannisburger Heimatbrief 2001, Seite 27-28

Über den Stadtfriedhof wurden 1996 und 2003 Videofilme erstellt.
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Stand: 15. Februar 2017