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Johannisburg in Ostpreußen

 
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Geschichte der Kreisstadt Johannisburg

Johannisburg (polnisch: Pisz, ab 1905 Rbz. Allenstein, Kr. Johannisburg). Das "feste Haus Johanspurgk", nach Johannes dem Täufer benannt, wurde vom Hochmeister Heinrich Dusemer am Ausfluss des Pissekflusses (Galinde) aus dem Warschausee zur Sicherung des Flussüberganges und als Riegel am südlichen Einfalltor zur Seenkette der masurischen Senke errichtet. Ob schon seit dieser Zeit hier eine dörfliche Anlage bestand, ist urkundlich nicht festzustellen. Fest steht, dass der Komtur von Balga, Ulrich Fricke, am 10. November 1367 den aus Jägern, Beutnern und Fischern bestehenden Ansiedlern freie Jagd in den umliegenden Wäldern und freie Fischerei in einigen Seen mit gewissen Einschränkungen zugestand. Die früheste Geschichte der Feste, in der ein Pfleger wohnte, berichtet von Belagerungen durch die litauischen Großfürsten Olgierd und Kynstut. 1366 / 1367 wurde das "Haus" völlig zerstört und dann als befestigte Jagdbude wieder aufgebaut. Für die wachsende Bedeutung der Wildnisfeste spricht die Tatsache, dass hier 1392 in Gegenwart einer großen Anzahl von Ordensrittern und Pilgern die Feier des "Ehrentisches" (einer Tafelrunde, an der berühmte Ordenskämpfer geehrt wurden) stattfand. Jahrzehnte hindurch blieb die Siedlung vor dem Ordenshause die einzige Ortschaft im Pflegeamt. Erst 1428 begann der Orden mit der planmäßigen Besiedlung des Gebietes. Als diese mit der Neugründung von 35 Dörfern beträchtliche Fortschritte erzielt hatte, beschloss Hochmeister Ludwig von Erlichhausen die Umwandlung des Dorfes in eine Stadt. In der Urkunde vom 15. Mai 1451 wurden der Stadt 200 Hufen zu kulmischem Recht verliehen. Jedoch wurde die Ausführung dieser Anordnung durch die unsicheren politischen Verhältnisse dieser Zeit verhindert. 1520 bemächtigten sich die Polen vorübergehend des Schlosses und verbrannten das Dorf. - Die Regierung Herzog Albrechts brachte Johannisburg neben einer bedeutsamen wirtschaftlichen Förderung die Reform. In Johannisburg wurde sie vor allem durch den aus Polen vertriebenen Martin Glossa verbreitet. Im 16. Jh. war die Entwicklung der Stadt durch einen stetigen Aufschwung gekennzeichnet, der zu einem großen Teil auf dem Grenzverkehr mit Polen beruhte. Die auf wirtschaftlichem Gebiete erzielten Erfolge scheinen die Dorfgemeinde bestimmt zu haben, den Markgrafen Georg Friedrich 1594 um das Stadtrecht zu bitten. Erst der Große Kurfürst gab ihnen am 6. September 1645 die ersehnte städtische Handfeste. Beim Tatareneinfall blieb die Stadt dank der Haltung der kurfürstlichen Truppen unter Oberstleutnant Friedrich von Arnheim verschont; allerdings wurden aus dem Amt 2.177 Menschen entführt. Die Pest von 1709 hatte verheerende Auswirkungen auf Volkswohlstand und Bevölkerungszahl. - Am 13. August 1725 ist Johannisburgs berühmtester Sohn Christoph Pisanski geboren, der vor allem durch seine "Preußische Literärgeschichte" bekannt geworden ist. - Im 7jährigen Krieg wurde die Stadt von russischen Truppen unter dem Obersten von Selebrikow besetzt. 1797 - 1799 weilte Yorck als Kommandeur eines Füsilier-Batl. in Johannisburg. Der unglückliche Krieg brachte der Stadt schwere Kontributionen und Plünderungen. - Bei der Verwaltungsreform von 1818 wurde aus der Grenzhandelsstadt eine Kreisstadt. Mitte des 19. Jh. setzte eine neue Aufwärtsentwicklung ein. Vor allem nahm die Holzindustrie einen beachtlichen Aufschwung. Von 1.141 Einw. im Jahre 1782 stieg die Zahl bis 1925 auf 5.186.

Im ersten Weltkrieg wurde die Stadt mehrfach von russischen Truppen besetzt. Zahlreiche Häuser wurden zerstört. Nach dem Wiederaufbau nahm die Nachkriegszeit mit ihren politischen Wandlungen der Stadt ihre gewinnbringende Grundlage, den Handel über die Grenze. Der Abstimmungstag am 11. Juli 1920 brachte Johannisburg wie allen masurischen Städten einen überwältigenden Sieg: 34.036 stimmten im Kreis für Deutschland, 14 für Polen. 

Quellen:
Wappen: Das Ostpreußenblatt (www.Ostpreussenblatt.de), 2000;
Text: Handbuch der historischen Stätten Ost- und Westpreußen, 
Kröner Verlag Stuttgart, 1966-1981, Seite 92-93

 

Johannisburg, Bilder unserer Heimatstadt
unter Mitarbeit von Gerhard Wippich und Wernfried Lange

weitere Informationen zu diesem Film

weitere Informationen:
Die Winterschlacht in Masuren 7. - 21. Februar 1915;
Guttzeit: Ostpreußen in 1440 Bildern, Verlag Rautenberg, 1972-1996, Seite 66-69

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Stand: 15. Februar 2017