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 Rhein (polnisch: Ryn,
Kr. Lötzen /
Rbz.
Allenstein). An der schmalen Durchgangsstraße
zwischen dem Rheiner
und Ollofsee wurde 1377 von Hochmeister Winrich
v. Kniprode das »feste Haus zu
dem Ryne« auf einer Stätte erbaut, wo einst eine heidnische Feste gestanden
hatte. Die Burg war Sitz eines Fflegers und gehörte wie das benachbarte
Seehesten zur Komturei Balga. 1393 wurde in Rhein eine Komturei
eingerichtet.
Das Ordenshaus hat jedoch die ihm zugedachte führende Stellung als
Verwaltungszentrale nicht lange behalten. Nur 1393-1397, 1418-1422 und 1468 bis zum
Ende des Ordensstaates werden in den Urkunden Komture in Rhein erwähnt. Unter ihnen
trat als Kolonisator Rudolf v. Tippelskirch hervor, der 1494-1512 eine große
Anzahl von Handfesten für Dörfer ausstellte und damit weite Räume der
»Wildnis« in einem planmäßigen Siedlungsvorgange erschloß. Bei der
Umbildung der Verwaltung gelegentlich der Säkularisation
1525 wurde
Rhein Sitz
eines Amtshauptmanns bis 1752. Über
die erste Besiedlung der Umgebung der Burg liegen keine Nachrichten vor. Es ist
jedoch sehr wahrscheinlich, daß sich schon bei der Errichtung der Feste Leute in
der näheren Umgebung niederließen, um beim Bau der Burg Dienste zu leisten.
Die erste sichere Nachricht über das Bestehen einer Siedlung stammt von 1405. -
Am 7. Februar 1657 wurde der »Flecken« Rhein
von Tataren
überfallen,
ausgeplündert und eingeäschert; viele Einwohner wurden verschleppt. Zu allem
Unglück gesellte sich 1709-1711 die Pest. - Die Bedeutung von Rhein als
Verwaltungsmittelpunkt und Wirtschaftszentrum in einem größeren landwirtschaftlich
orientierten Raum führten wohl dazu, daß König
Friedrich Wilhelm I. den Marktflecken zur Stadt erhob. -
Wie die anderen masurischen Städte blieb auch Rhein von den Kriegsnöten 1806/1807
nicht verschont. Einquartierungen und Kriegskontributionen belasteten
die Stadt schwer. Bei der neuen Kreiseinteilung wurde Rhein dem Kreis Lötzen
zugeschlagen. Im 19. Jh. hat der Ort ein bescheidenes Dasein geführt, da der Anschluß an die
staatlichen Eisenbahnen fehlte. Nur von einer Kleinbahn (seit 1902)
berührt, außer von Landstraßen nur auf den Wasserweg über den Rheiner See
angewiesen, ist Rhein bis in die neueste Zeit ein stiller Ort geblieben. Seit 1782
(etwa 1.000 Einw.) hat sieh die Bevölkerung 1925 nur verdoppelt (2.084 Einwohner).
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Quellen:
Wappen: Ostpreußische Städtewappen,
Landsmannschaft Ostpreußen e.V., Hamburg 1996, Seite 38;
Handbuch der historischen Stätten Ost- und Westpreußen,
Kröner Verlag Stuttgart, 1966-1981, Seite 187-188 |
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