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Johannisburg in Ostpreußen

 
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Rhein / Kr. Lötzen
historische Fakten

Wappen der Stadt Rhein bis 1945Schloß Rhein. Nach Plänen von 1853-1856 . -  Zur Vergrößerung einfach anklicken!Rhein (polnisch: Ryn, Kr. Lötzen / Rbz. Allenstein). An der schmalen Durchgangsstraße zwischen dem Rheiner und Ollofsee wurde 1377 von Hochmeister Winrich v. Kniprode das »feste Haus zu dem Ryne« auf einer Stätte erbaut, wo einst eine heidnische Feste gestanden hatte. Die Burg war Sitz eines Fflegers und gehörte wie das benachbarte Seehesten zur Komturei Balga. 1393 wurde in Rhein eine Komturei  eingerichtet. Das Ordenshaus hat jedoch die ihm zugedachte führende Stellung als Verwaltungszentrale nicht lange behalten. Nur 1393-1397, 1418-1422 und 1468 bis zum Ende des Ordensstaates werden in den Urkunden Komture in Rhein erwähnt. Unter ihnen trat als Kolonisator Rudolf v. Tippelskirch hervor, der 1494-1512 eine große Anzahl von Handfesten für Dörfer ausstellte und damit weite Räume der »Wildnis« in einem planmäßigen Siedlungsvorgange erschloß. Bei der Umbildung der Verwaltung gelegentlich der Säkularisation 1525 wurde Rhein Sitz eines Amtshauptmanns bis 1752. Über die erste Besiedlung der Umgebung der Burg liegen keine Nachrichten vor. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, daß sich schon bei der Errichtung der Feste Leute in der näheren Umgebung niederließen, um beim Bau der Burg Dienste zu leisten. Die erste sichere Nachricht über das Bestehen einer Siedlung stammt von 1405. - Am 7. Februar 1657 wurde der »Flecken« Rhein von Tataren überfallen, ausgeplündert und eingeäschert; viele Einwohner wurden verschleppt. Zu allem Unglück gesellte sich 1709-1711 die Pest. - Die Bedeutung von Rhein als Verwaltungsmittelpunkt und Wirtschaftszentrum in einem größeren landwirtschaftlich orientierten Raum führten wohl dazu, daß König Friedrich Wilhelm I. den Marktflecken zur Stadt erhob. -

Wie die anderen masurischen Städte blieb auch Rhein von den Kriegsnöten 1806/1807 nicht verschont. Einquartierungen und Kriegskontributionen belasteten die Stadt schwer. Bei der neuen Kreiseinteilung wurde Rhein dem Kreis Lötzen zugeschlagen. Im 19. Jh. hat der Ort ein bescheidenes Dasein geführt, da der Anschluß an die staatlichen Eisenbahnen fehlte. Nur von einer Kleinbahn (seit 1902) berührt, außer von Landstraßen nur auf den Wasserweg über den Rheiner See angewiesen, ist Rhein bis in die neueste Zeit ein stiller Ort geblieben. Seit 1782 (etwa 1.000 Einw.) hat sieh die Bevölkerung 1925 nur verdoppelt (2.084 Einwohner).

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Quellen:
Wappen: Ostpreußische Städtewappen,
Landsmannschaft Ostpreußen e.V., Hamburg 1996, Seite 38;
Handbuch der historischen Stätten Ost- und Westpreußen, 
Kröner Verlag Stuttgart, 1966-1981, Seite 187-188

Familienforschung
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Beschreibung 1879 Beschreibung 1903 Lötzen Rhein

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Stand: 16. April 2012