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Johannisburg in Ostpreußen

 
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Die Kreisstadt Goldap
historische Fakten

Goldap (polnisch: Goldap, Kr. Goldap). Das Grenzgebiet der Kreise Goldap und Treuburg südlich der Rominter Heide ist die alte sudauische Teillandschaft Meruniske, deren Name m Mierunsken erhalten blieb. Es ist der Ostabhang der Seesker Höhe, die im Seesker Berg auf 809 m Meereshöhe ansteigt. Zu Füßen des nördlichen stattlichen Ausläufers, dem Goldaper Berg, liegt die Stadt Goldap am Goldapfluß, dessen Uferhöhen in dichter Folge von vorgeschichtlichen Siedlungs- und Gräberfeldern begleitet sind. 1277 begann der Landmeister Konrad v. Thierberg die langwierige Eroberung Sudauens mit diesem volksstarken Gau, der noch 1422 bei der Grenzziehung nach dem Frieden am Meldensee genannt wurde. Seit dem Beginn des 16. Jh. entstanden hier neue Dörfer und Güter. 1551 wohnte ein herzoglicher Wildschütz, d. i. Förster, im Hof Goldap. Eine Schäferei lag im Dorf Schileiten (Saleiden) benachbart. Der Kammerrat Kaspar v. Nostitz riet 1565 zur Anlage einer Stadt auf diesem Gelände, wo der Goldapfluß aus dem See Romitten, später Goldaper See genannt, austritt. Bis 1570 dauerte die Besiedlung, so daß die Handfeste zu kulmischem Recht erst am 14. Mai 1570 ausgestellt wurde. Die planmäßig angelegte Stadt erhielt einen großen Marktplatz, den Ring, in dessen Mitte das Rathaus sich erhob. Die erste Kirche wurde 1580 auf einer Anhöhe etwas abgesetzt noch in Ordensbauweise begonnen. Die grenznahe Stadt erduldete schwere Schicksalsschläge: 1656 Einäscherung durch die Tataren, zahlreiche Brände, 1709 Verlust fast der halben Bevölkerung durch die Pest. Im 18. Jh. begann unter Friedrich Wilhelm I. neues Leben. Seit 1719 war Goldap ständig Garnison. Der Zustrom der Einwanderer aus deutschen und schweizer Gauen wurde 1732 durch die Salzburger abgeschlossen, von denen 1744 bereits 81 vom Lande in die Stadt gezogen waren. 1757 zählte man 2.700 Einwohner, 1933 bereits 9.880. Außer anderen Erzeugnissen des Gewerbefleißes schätzte man im 18. Jh. weithin die Brezeln aus Goldap. An der allgemeinen Entwicklung Ostpreußens im 19. Jh. nahm Goldap in ruhigem Wachstum teil. Während des ersten Weltkrieges war Goldap vom 8. August bis 11. September und vom 5. November 1914 bis 15. Februar 1915 von den Russen besetzt. 14 Kriegerfriedhöfe im Kreis Goldap zeugen von der Härte der Kämpfe. Der Aufbau danach verschönte die Stadt; doch zerstörte das Ende des zweiten Weltkrieges Goldap wiederum. Zwar blieb es nicht beim ersten Einbruch der Russen nach dem 18. Oktober 1944, sondern in zweitägigem Häuserkampf eroberten deutsche Truppen Anfang November die Stadt zurück und konnten sie bis zum endgültigen Verlust am 21. Januar 1945 halten.

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Quellen:
Wappen: Archivmaterial;
Text: Handbuch der historischen Stätten Ost- und Westpreußen, 
Kröner Verlag Stuttgart, 1966-1981, Seite 69-70

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weitere Informationen in:
Der redliche Ostpreuße, Kalenderbuch 1987, Seite 24-28, Pferdemarkt in der Kreisstadt Goldap.
der redliche Ostpreuße, Kalenderbuch 1981, Seite 70-73, Goldap - das Tor zur Rominter Heide.

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Stand: 16. April 2012